Förderung der Asthma-Forschung bei Kindern
Die Erforschung der Ursachen der häufigsten Lungenerkrankung bei Kindern und Jugendlichen, dem Asthma bronchiale, ist ein besonderes Anliegen der WILSING Stiftung. Daher fördert die Stiftung die Asthma-Forschung im Bereich des Schwerpunkts Pädiatrische Pneumologie der Uniklinik Köln. Ziel der Förderung ist es, die Ursachen und Verläufe von Asthma bronchiale besser zu verstehen und so individualisierte Behandlungsstrategien zu ermöglichen.
Asthma bronchiale gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindes- und Erwachsenenalter. Asthma ist durch eine ausgeprägte klinische Heterogenität gekennzeichnet. Viele Kinder, die bereits früh an den typischen Symptomen wie chronischem Husten, Keuchen und Giemen (pfeifende Atmung) leiden, entwickeln im Schulalter ein Asthma bronchiale. Bei einigen Patienten verschwindet die Erkrankung im Erwachsenenalter, bei anderen bleiben die Symptome lebenslang oder manifestieren sich zum ersten Mal. Die unterschiedlichen Verläufe dieser Erkrankung lassen neben der genetischen Veranlagung den Einfluss vieler weiterer Faktoren vermuten.
Im Rahmen der Kinder Register Asthma (KIRA)-Studie sollen die vielfältigen und komplexen Zusammenhänge der unterschiedlichen Asthmaformen und –verläufe genauer untersucht werden. Ursprünglich gegründet durch die Universitätskliniken Lübeck, Hannover und München unter dem Dach des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), konnte sich die Pädiatrische Pneumologie und Allergologie der Uniklinik Köln im Jahr 2015 durch Förderung seitens der WILSING Stiftung als Satelliten-Zentrum der KIRA-Studie anschließen.
In dieser Beobachtungsstudie werden Kinder mit chronischer Bronchitis, neu diagnostiziertem oder bereits bestehendem Asthma bronchiale registriert und einmal pro Jahr untersucht und mit gesunden Kindern (Kontrollgruppe), die einmalig untersucht werden, verglichen. Bei der anschließenden Probenanalyse finden modernste Technologien, wie z.B. die Genomik oder die Untersuchung des Mikrobioms (also die Gesamtheit der im menschlichen Körper vorhandenen Mikroorganismen) sowie die Untersuchung von Biomarkern Berücksichtigung.
Die Ergebnisse sollen Aufschluss über die unterschiedlichen Krankheitsverläufe geben und so bessere Vorhersagen ermöglichen. Ziel der Studie ist es, neue Ansätze für prophylaktische und individualisierte Therapien zu finden. Die gesammelten Daten und Erkenntnisse aus der KIRA-Studie fließen auch in die ALLIANCE-Kohorte (All Age Asthma Cohort) des DZL ein, in der mittlerweile mehr als 1000 Patienten und gesunde Probanden vom Kinder- bis ins hohe Erwachsenenalter enthalten sind.
Bereits zu Beginn der Stiftungsarbeit unterstütze die WILSING Stiftung die Asthma-Forschung bei Kindern und Jugendlichen an der Uniklinik Köln. So förderte sie die Kölner Asthma Studie (KAS) des Schwerpunkts Pädiatrische Pneumologie und Allergologie der Uniklinik Köln bereits ab dem Jahr 2004. Ziel dieser inzwischen abgeschlossenen Studie war es, das Auftreten von Asthma bronchiale bei Kölner Grundschüler:innen zu untersuchen. Schätzungen zufolge leiden etwa 7-10 % der Grundschüler unter Asthma bronchiale. Offen war jedoch, wie viele der Kinder dies auch wissen und entsprechend behandelt werden.
Um diese Frage zu beantworten wurde im Rahmen der KAS die Asthmainzidenz bei den teilnehmenden Kölner Grundschüler:innen bestimmt. Dafür besuchten Ärzte und Doktoranden der de Schwerpunkts Pädiatrische Pneumologie und Allergologie Kölner Grundschulen mit dem Asthma-Mobil (siehe Foto). Vor Ort wurde die Lungenfunktion von 1000 Kindern bestimmt, die laut eines vorher ausgefüllten Fragebogens Hinweise für Asthma zeigten und von 1000 Kindern, die diese Hinweise nicht aufwiesen. So konnte auch die Dunkelziffer (also die Anzahl von Kindern, die Asthma haben, dies aber nicht wissen) bei den Kölner Grundschüler:innen bestimmt werden. Zudem wurde untersucht, ob es Unterschiede in der Asthmainzidenz bzw. Dunkelziffer in Abhängigkeit vom Sozialstatus, der Nationalität oder von Umgebungsfaktoren (Rauchen, Impfstatus, vom Wohngebiet) gibt.
Neben diesen Erkenntnissen zu Verbreitung und Ursache von Asthma bronchiale wurde in der KAS ein Feldversuch mit weltweit ersten praktizierbaren Lungenfunktionsuntersuchungen für Kinder im Kindergartenalter durchgeführt – ein wichtiger Schritt für die Frühdiagnostik von Asthma bronchiale. Dabei wurden drei verschiedene Lungenfunktionsverfahren parallel untersucht. Neben einer etablierten Methode, der Spirometrie, die zwar den Goldstandard in der Lungenfunktionsdiagnostik darstellt aber mitarbeitsabhängig ist und daher erst ab dem Schulkindalter eingesetzt werden kann, wurden auch zwei weitere Methoden angewandt (Impulsoscillometrie und Capnovolumetrie), die bisher wenig etabliert waren aber bereits im Kindergartenalter eingesetzt werden können, da mitarbeitsunabhängig.
Neben den Erkenntnissen im Rahmen der Asthmaforschung, führte die Durchführung der Kölner Asthma Studie zur Vergabe von acht Doktorarbeiten, in denen die Ergebnisse der Studie publiziert wurden.